Ein prächtiges Fest für die Türkische Sprache in der Ülker Arena

02/09/2016

In der Ülker Sports Arena fand zum zweiten Mal das „Fest der Türkischen Sprache“ statt, veranstaltet vom Yunus Emre Institut mit Unterstützung des türkischen Staatspräsidiums. Das „Fest der Türkischen Sprache“ bildete den krönenden Abschluss der Sommerschule 2016, für die sich ebenfalls das Yunus Emre Institut verantwortlich zeichnet und im Rahmen dieses Programms insgesamt 540 Türkisch-Lernende aus 46 verschiedenen Ländern in 16 unterschiedlichen Destinationen der Türkei unterbrachte.

Unter dem Thema „Der Mensch und das Türkische“, das sich dem Leben in der Türkei von Geburt an bis zum Tode widmete, bot die Ülker Sports Arena in Istanbul den KulturbotschafterInnen eine Bühne für ihre Mitteilungen an die ganze Welt. Auch die TeilnehmerInnen der Sommerschule standen mit einem eigenen Programm auf der Bühne und vermittelten der Welt „türkische“ Botschaften des Friedens, der Freundschaft und der Liebe.

Mit Unterstützung des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan und der Anwesenheit vieler türkischer Minister unter den Ehrengästen fand das “Fest der Türkischen Sprache” zum ersten Mal am 22. August vergangenen Jahres, ebenfalls in der Ülker Sports Arena, statt. 2015 nahmen 500 Türkischlernende aus 60 verschiedenen Ländern an dem Fest teil.

Der erste Teil der Aufführung “Der Mensch und das Türkische” war dem ersten Lebensabschnitt von der Geburt bis zum Militärdienst gewidmet. Dieser Abschnitt drehte sich um die Geburt, die Kindheit, die Volkschulzeit, die Jugend und dem Feiern von Hıdırellez (dem traditionellen Fest zu Frühlingsbeginn), bis zum Hochzeitstag, immer begleitet von traditionellen Tänzen aus Anatolien, dem Balkan und dem Kaukasus.

Die Darstellung einer Hochzeitsfeier führte zu gefühlvollen Momenten, denn es wurde auch der terroristische Angriff auf eine Hochzeit in Gaziantep Ende August aufgearbeitet. In Gedenken an die Opfer wurde eine Trauerbotschaft vermittelt: “Wir gedenken aller Opfer, die bei dem schrecklichen Anschlag in Gaziantep ihr Leben ließen. Nicht noch einmal darf junges Glück zerstört werden, nicht noch einmal soll große Freude von Leid überschattet werden.” 

 

Schweigeminute für die Opfer des Putschversuches

 Der erste Teil der Aufführung wurde mit dem Militärdienst abgeschlossen. Das Finale dieses Abschnitts begann mit der Verlesung eines Briefes, den ein Vater seinem Sohn schreibt, der gerade seinen Militärdienst in der Türkei ableistet. Auch der Putschversuch vom 15. Juli wurde thematisiert, auch Unteroffizier Ömer Halisdemir hielt eine kurze Rede. Nach einer Schweigeminute sangen alle Teilnehmenden gemeinsam die Nationalhymne der Türkei.

 

Nabi Avci: Sprache für die Vermittlung von Liebe und Frieden

Prof. Dr. Nabi Avcı, Minister für Kultur und Tourismus, hob hervor, dass das “Fest der Türkischen Sprache” gleichzeitig eine der besten und signifikantesten Antworten auf den Terror sei: „In einer Zeit, in der der Ruf nach Liebe, Frieden und Solidarität immer stärker wird, erfüllt ihr durch die Begegnung zwischen Mensch und Sprache eine wichtige Aufgabe auf dem Weg zu Frieden und Freundschaft. Vor vielen hundert Jahren offenbarte bereits der türkische Dichter und Mystiker Yunus Emre: ‚Kommt, lasst uns Bekanntschaft schließen. Lasst die Dinge schlichter fließen. Lasst uns in Liebe leben. Niemand überlebt die Welt‘ “.

Avcı führte fort, dass die türkische Sprache die Sprache einer Nation ist, die vieler Zivilisationen gründete, und eine der meist verwendeten und am weitesten verbreiteten Sprachen der Welt sei. Die Sprache durchfloss viele Epochen wie ein reißender Fluss und sog dabei Wörter und Elemente vieler anderer Sprachen in sich auf. Die Elemente wurden in den bunten Kanon der Sprache aufgenommen und vermischten sich mit dem vorhandenen Sprachmaterial.

Über die Sprache sagte Avci weiters, dass das Türkische eine tief verwurzelte Sprache sei und mit ihrem großen Wortschatzreichtum die Kraft besitze, die türkische Geschichte, Kultur, Kunst und Zivilisation in ihr Ästen zu tragen.

Als Sprache des Herzens glaubten viele große türkische Dichter oder Mystiker wie Ahmet Yesevi, Yunus Emre oder Sari Saltuk, dass es die wichtigste Aufgabe der türkischen Sprache ist, allen Menschen dieser Welt Liebe und Frieden zu vermitteln. Weiter hob Avci hervor: 

“Unsere Sprache soll nicht der Zerstörung dienen, nicht der Verbreitung von Hohn oder Hass. Im Gegenteil, die türkische Sprache ist Ausdrucksmittel einer Nation, die für Liebe, Freundschaft und Barmherzigkeit steht. Das Türkische ist die Sprache von Helden und Heiligen, die sich seit Jahrhunderten gerecht und wahrhaftig für Frieden, Vertrauen, Einklang und Gerechtigkeit einsetzen. Meine lieben Türkischlernenden, die ihr von allen Ecken der Welt in die Türkei geströmt sein, ihr seid nicht mehr nur unsere Gäste, ihr seid nun ein Teil dieses Landes.”

Avci schloss seine Rede mit einer Danksagung an die vielen Teilnehmenden der Sommerschule: “Ich möchte mich von tiefstem Herzen bei euch bedanken, dass ihr in dieser Krisenzeit eure Furcht und Vorbehalte überwunden habt, um heute hier mit uns zu feiern. Danke, dass ihr euch an unserer Seite für Demokratie und unser Land einsetzt und für euer Interesse daran, uns, unsere Kultur und unsere Sprache kennenzulernen.” 

 

Şeref Ateş: Eine wichtige Botschaft

 Prof. Dr. Şeref Ateş, leitender Direktor des Yunus Emre Instituts, fasste in kurzen Worten die Tätigkeiten der Türkischen Kulturzentren zusammen. Demnach existieren mittlerweile bereits 45 Zweigstellen weltweit sowie 80 weitere Kontaktstellen. Seit 2009 widmen sich die türkischen Kulturzentren unermüdlich dem Ziel, die türkische Sprache und Kultur zu vermitteln, die Freundschaft zu anderen Ländern zu pflegen sowie den kulturellen Dialog zu fördern.

Mit folgenden Worten richtete er sich an sein Publikum: „Auf dem Weg, Freundschaften mit anderen Ländern zu knüpfen und das Interesse für unser Land zu steigern, ist unter all unseren kulturpolitischen Aktivitäten, die wir mit Eifer verfolgen, die Vermittlung der türkischen Sprache ohne Zweifel einer der wesentlichsten Bestandteile. Als Yunus Emre Institut ist es uns neben der Sprachlehre auch ein Anliegen, ein Bild von uns und unseren Werten zu vermitteln, welches der Realität entspricht. Mit Unterstützung unseres Staatspräsidenten, allen Möglichkeiten, die uns der Staat bietet und dem geistigen Rückhalt unserer Landsleute möchte das Yunus Emre Institut überall auf der Welt Türkischunterricht anbieten. Ein Eckpfeiler für das Erreichen unserer Ziele ist zweifellos die Türkische Sommerschule, welche jährlich von uns veranstaltet wird. Es ist zweifellos eine wichtige Botschaft, dass, trotz der traurigen aktuellen Entwicklungen, 540 Kulturinteressierte aus 46 Ländern unserer Einladung gefolgt sind, ihre Reise in die Türkei angetreten und mit uns hier zusammen gekommen sind.”

Er führte seine Rede folgendermaßen fort:

„Für die Türkei ist es ein großer Erfolg, dass 540 KulturbotschafterInnen aus Peking und London, aus Moskau und Kairo und vielen anderen Destinationen, diese Botschaft hier aus Istanbul, der ehemaligen Hauptstadt mächtiger Großreiche, der Altmeister Necip Fazıl Kısakürek mit seinem Gedicht “Canim Istanbul” eine Liebeserklärung machte, in die Welt hinaustragen.

Das Yunus Emre Institut möchte mit seinen Aktivitäten in vielen verschiedenen Ländern auch die Türkei und ihre Bevölkerung mit Stolz erfüllen. Wir konzentrieren uns nicht nur auf die Vermittlung der türkischen Sprache, wir möchten ebenso unsere kulturellen Werte Menschen in entfernten Regionen der Welt mit unterschiedlichem sprachlichem und geistigem Background mittels Musik, Kunst, Film etc. näher bringen. Auf diesem Weg steht uns der türkische Staatsapparat mit Motivation, Erfahrung und Wissen koordinierend beiseite.

Ohne die Unterstützung vieler Menschen wäre unsere weltweite Tätigkeit gar nicht möglich. Ich möchte mich deshalb besonders bedanken bei unserem verehrten Staatspräsidenten Herrn Recep Tayyip Erdoğan, unserem verehrten Ministerpräsidenten Herrn Binali Yıldırım, unserem verehrten Außenminister und Vorstandsvorsitzenden Herrn Mevlüt Çavuşoğlu, unserem verehrten Minister für Kultur und Tourismus Herrn Nabi Avcı, unseren Vorstandsmitgliedern und am allermeisten bei der türkischen Bevölkerung.

Die Türkei blickt aus politischer und ökonomischer Sicht auf aufregende 15 Jahre zurück: Neue Brücken, Straßenteilungen, Schnellzugverbindungen oder Flughäfen haben das Erscheinungsbild der Türkei verändert. All diese Errungenschaften zeigen die Bereicherung und den Fortschritt der Türkei. Erst gestern eröffneten unsere verehrten Herren Staatspräsident und Ministerpräsident, welche zu den Architekten der neuen Türkei zählen, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke die nun Asien und Europa noch stärker verbindet.  

Auch wir als Yunus Emre Institut möchten unsere schöne Heimat Anatolien über kulturelle Brücken mit Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien verbinden und der Welt die Türkei näher bringen. Die Ergebnisse und Errungenschaften unserer Tätigkeiten sind nicht wie bei einem Gebäude sofort sichtbar. Aber mit der Zeit wird unsere Arbeit Früchte tragen und wir werden einen festen Platz unter den Völkern dieser Welt haben. Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgen wir jedes Jahr unzählige Aktivitäten in vielen verschiedenen Ländern. Mit unseren 540 KulturbotschafterInnen haben wir bereits neue Freundschaften geknüpft, sie stehen als Freunde der Türkei an unserer Seite.

Verehrter Herr Staatspräsident, verehrte Minister, liebe Gäste, ich bedanke mich hochachtungsvoll bei Ihnen für Ihr Kommen und Ihre Unterstützung, ebenso wie bei allen anderen, die uns helfend zur Seite stehen.“    

 

Gruppenfoto zum Abschluss

 Der zweite Teil der Aufführung “Die Sprache und der Mensch” widmete sich dem Arbeitsleben und anatolischen Traditionen. Mit unterschiedlichen Kostümen stellten die Tänzer verschiedene Berufe dar. Es wurde die Geschichte eines Händlers erzählt, der sich im hohen Alter beim Blick in einen Spiegel an seine Jugendjahre erinnert und Revue passieren lässt, welche Taten und Lehren in durchs Leben begleiteten. Zum Abschluss wurden alle 540 KulturbotschafterInnen für ein Erinnerungsfoto mit Kultur- und Tourismusminister Nabi Avcı und dem leitenden Direktor des Yunus Emre Institus Prof. Dr. Şeref Ateş auf die Bühne geholt, in ihren Händen schwenkten sie die türkische und ihre eigenen Landesflaggen.