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#60JahreMusik Berlin Event Frühstück Alla Turca fand statt

Yazıcı-dostu sürüm

Am Sonntag, 5. September fand im Berliner Festsaal Kreuzberg das Frühstück Alla Turca statt, eine Veranstaltung im Rahmen des Projekts #60JahreMusik von istanbulberlin, unterstützt vom Berliner Yunus Emre Institut. Das Event im Freien, welches den ersten physischen Raum für Begegnungen von istanbulberlin darstellte, zog zahlreiche Besucher*innen und sowohl Vertreter türkischer als auch deutscher Medien an. Ebenfalls anwesend war der türkische Generalkonsul Rıfkı Olgun Yücekök. Das Programm, bei dem u.a. DJ Funshine und Başak Yavuz auftraten, endete damit, dass die Gäste zur DJ-Performance von Kabus Kerim tanzten und (mit)sangen.

 

DJ Funshine eröffnete die Veranstaltung um 10:00 Uhr mit einem Set, das genauso anregend wie eine Tasse Kaffee war. Die Gäste gönnten sich dabei ein opulentes türkisches Frühstück.

 

In dem von Ayşen Meliha Kahraman moderierten Programm folgte die Eröffnungsrede des Generalkonsuls Rıfkı Olgun Yücekök, in der er seine Gedanken zum 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens und der türkischen Musik teilte: „Am 30. Oktober 1961 wurde mit Deutschland ein Anwerbeabkommen unterzeichnet. Im Rahmen dieses Abkommens sind so viele unserer Leute, Männer und Frauen, manchmal auch mit ihren Familien, bis 1974 nach Deutschland gekommen. Bei ihrer Ankunft wurden sie als 'Gastarbeiter' bezeichnet. Aber jetzt sind wir ein wichtiger Teil der deutschen Gemeinschaft, mit einer Bevölkerung von fast drei Millionen. Wir feiern und begehen gemeinsam das 60. Jahr dieses Ereignisses. Ja, wir haben viel zu feiern, aber wir haben auch viel zu gedenken und zu erinnern. Denn wir haben hier leider Solingen und Hanau erlebt. Deshalb schwelgen wir in den guten Erinnerungen, voller Hoffnung für die Zukunft, während wir auch der Prüfungen und Leiden unserer Bevölkerung gedenken und unsere Verbundenheit mit ihr erneuern.“ Nach seiner Rede gratulierte er unserem Veranstaltungsteam und ließ sich von den Berliner Medien in der istanbulberlin Hatırası Fotoecke ablichten.

 

Der nächste Programmpunkt war die Rede von Koray Yeğnidemir, dem Vertreter des Berliner Yunus Emre Instituts. Yeğnidemir begrüßte die Gäste, drückte ihre Freude darüber aus, Teil eines so wichtigen Projektes zu sein, und teilte mit, dass sie trotz der Pandemie weiterhin Projekte zum 60. Jahr des Abkommens sowohl im digitalen als auch im physischen Umfeld unterstütze.

 

Während die Anwesenden ihren Tee aus zierlichen Gläsern verkosteten, ergriffen zwei Gäste das Mikrofon und erzählten ihre Geschichten: Der vielseitige Künstler Tamer Yiğit erzählte, wie er in Kreuzberg mit Kunst und Musik in Berührung kam und wie er Künstler wurde. Kadir Albay, der führende Klavierreparateur in Deutschland, erzählte, wie er Atatürks Klavier restaurierte.

 

Das Programm lief weiter mit dem Vortrag „Zwischen 'Gastarbeiter Groove' und New Wave Sound“. Moderiert von Sedef İlgiç sprachen Kabus Kerim und Başak Yavuz über den Brückenschlag zwischen der Musik von Gastarbeitern in Deutschland und der neuen Welle eingewanderter Musiker.

 

Die folgenden Worte von Kabus Kerim, als er über 'Gastarbeiter Groove' sprach, lösten emotionale Momente aus: „Meine Mutter war '72 nach Deutschland gekommen, sie wurde 2009 am Herzen operiert, ich werde immer noch emotional, wenn ich mich daran erinnere, wie es ihr im Krankenhaus ging. Viele von uns haben solche Familiengeschichten. Sie war als junge Frau voller Gesundheit hierhergekommen und hat sich die Finger abgearbeitet... Damals konnte ich nichts für die Gesundheit meiner Mutter tun, ich war so verzweifelt. Da es auch die Musik war, die uns in unserer Jugend auf dem rechten Weg hielt, dachte ich daran, die Musik aus der Jugendzeit meiner Mutter zu sammeln und einen Remix davon zu machen. Ich nannte es 'Funk für meine Mutter' und schenkte es ihr. Das verschaffte dem 'Gastarbeiter Groove' auch mehr Aufmerksamkeit und sprach so viele Menschen an.“

 

Başak Yavuz sprach als Musikerin, die kürzlich nach Berlin gezogen ist: „Während meines New Yorker Abenteuers lebte ich einige Jahre in Harlem. So hatte ich die Möglichkeit, den Schmerz zu beobachten, der diese Musik hervorgebracht hat. Wenn ich heute durch die Straßen von Kreuzberg gehe, fühle ich mich ein bisschen wie in Harlem. Ich denke über die Lebenserfahrungen nach, die diese Kultur hervorgebracht haben. Aber dieses Mal bin ich keine externe Beobachterin wie in Harlem. Ich komme selber aus dieser Kultur und stehe der Musik, die ich aufführe, näher.

 

Deshalb möchte ich jetzt alle türkischen Einwanderer hier grüßen, die diese Kultur geschaffen haben, die aufgestanden sind, die ihre Stimme erhoben haben.“

 

Kabus Kerim bildete mit seinem DJ-Set, einer Mischung aus anatolischem Pop und türkischer psychedelischen Musik mit einer Prise 'Gurbet'-Sound, den Schlusspunkt. Die Veranstaltung endete damit, dass die Gäste zu Cartels Lied „Cartel“ tanzten und mitsangen.

 

#60JahreMusik

 

• Anlässlich des 60. Jahrestages des Anwerbeabkommens wird das Projekt #60JahreMusik  die Migrationsgeschichte von Türk*innen nach Deutschland in den letzten 60 Jahren durch  Musik erzählen.

• Das Projekt beabsichtigt eine vielfältige Auseinandersetzung mit dieser  Migrationsgeschichte und schafft Raum für interkulturellen Dialog.

• Im Rahmen des Projekts werden sieben Artikel, sieben schriftliche Interviews und kurze,  musikbezogene Migrationserzählungen veröffentlicht. Außerdem werden zwei  Veranstaltungen – eine in Berlin und eine in Istanbul – durchgeführt. Diese Veranstaltungen  werden auch als Online-Livestream veröffentlicht. Zudem werden audio-visuelle Inhalte im  Zusammenhang mit den Veranstaltungen generiert.

• Für die zweite Phase des Projekts sind eine Podcast-Serie und ein Projektbuch geplant.

• Alle Inhalte werden in englischer und türkischer Sprache, manche Inhalte auch in deutscher  Sprache, auf istanbulberlin.com unter der Rubrik #60JahreMusik verfügbar gemacht.

• Mit Beitragen von Musikolog*innen, Musiker*innen und Musikkritiker*innen wird das Projekt  verschiedene Musikgenres von Volksmusik bis Hip-Hop umfassen. Musikalische Schätze  werden durch lebhafte Inhalte und moderne Formen der jungen Generation vermittelt.